Der Gespann-Virus schlägt bereits ein zweites Mal zu!!!!
Im Sommer 2007 wurde bei eBay eine Sportster ersteigert und zwar ein kleiner “Wolf im Schafspelz”. Die Sportster wurde nämlich 2003 mit einem Sportster Rahmen Baujahr 1997 und einem 2002er Buell-Motor mit 90 PS neu aufgebaut.
Im Laufe der Zeit soll sie zu einem kleinen Racer-Gespann umgebaut werden. Wobei dies Schritt für Schritt geschieht und möglichst viel in Eigenregie erfolgen soll. Zumindest soweit es die Möglichkeiten in der Garage zulassen.
Im ersten Schritt des Umbaues bleibt es noch bei einer Solo-Maschine. Die Sportster soll aber ein grundsätzlich anderes Aussehen erhalten, also sportlicher werden. Hierzu erhält sie im Heckbereich einen Breitreifenumbau von serienmässig 130/90 auf 180/70 und einen Umbau des Cockpits in Richtung der Buell Firebolt.
Als nächstes kam die Montage des Kennzeichenträgers und des Rücklichts. Weniger sichtbar, aber mit einigem an Arbeit verbunden, war die Anpassung und die Befestigung des Heckdeckels von unten her. Das Heckteil ist von unten offen, bzw. es wurde ein Verschlussdeckel in unbearbeiteter Form mitgeliefert. Zur Befestigung wurden Bohrungen gesetzt und im Innenbereich des Heckteils selbstsichernde Muttern einlaminiert.
Die Verschlussplatte, sowie der Endbereich des Hecks, wurde mit Laminatplatten verstärkt, um die Schwingungen des Kennzeichenhalters besser abzufangen, damit es zu keinen Schwingungsbrüchen kommt. Ob es hält werden wir ja sehen......
Im Januar und Februar 08 ging es dann mit dem Breitreifenumbau weiter. Eine Breitreifenschwinge von der Fa. HBS aus Bonn wurde montiert, die Stossdämpfer und die Hinterradfelge bei eBay ersteigert. Als Hinterreifen wurde ein Metzler ME 880 Marathon aufgezogen.
Um überhaupt einen Breitreifenumbau durchführen zu können, mussten die beiden hinteren Fenderstruts direkt hinter der oberen Stoßdämpferaufnahme abgesägt werden. Die Breite zwischen den Fenderstruts betrug nur knapp 180 mm und die Kollision mit dem Reifen wäre unausweichlich gewesen.
Die Abstandstücke für die oberen Stoßdämpferbefestigungen stammen ebenfalls von HBS, allerdings zum Teil als Sonderanfertigung auf Basis einer Zeichnung von mir.
Damit der Reifen sauber mittig läuft kommen Edelstahldistanzbuchsen zum Einsatz die links und rechts der Radnabe sitzen und den Abstand zum Schwingarm definieren. Die Achse, die Distanzstücke (noch nicht auf fertige Länge abgedreht) sowie die weiteren Befestigungsteile kommen ebenfalls von HBS.
Das Riemenrad wurde mittels Distanzscheiben soweit nach aussen gesetzt, damit es keine Kollision mit dem Reifen gibt. Im Anschluss musste allerdings auch noch das vordere Antriebspulley nach aussen versetzt werden. Dies ist eine der nächsten Arbeiten.


Bild oben und links:
Der breite Reifen ergibt schon ein ganz anderes Bild wenn man dies mit den ursprünglichen Bildern vergleicht.
Arbeit steckt jedenfalls genügend dahinter. Alleine so manche Fehlversuche von investierter Arbeit, wenn man anschliessend feststellt dass es nicht gefällt und man wieder neu beginnt.
An der Schnittstelle der abgesägten Fenderstruts wurde jeweils ein Stahlstück in Form eines Dreiecks angeschweisst, auf welches im nächsten Schritt Alu-Aufsatzstücke aufgeschraubt wurden. Auf diesen soll dann die Alu-Grundplatte für die Sitzbefestigung und der Halter für den Innenkotflügel befestigt werden.
Das neue Heckteil aus GfK (ebenfalls bei eBay ersteigert) gibt der Sportster schon etwas mehr vom künftigen Aussehen und ihrem neuen Charakter.

Die ebenfalls montierte Frontverkleidung der Buell Firebolt in Verbindung mit dem Z-Lenker zeigt schon einiges der zukünftigen Front-Optik. Einzig das “noch” vorhandene 21-Zoll-Vorderrad ist optisch nicht besonders schön, wird aber durch ein 19-Zoll Rad ersetzt. Später in der Gespannversion wird eine Schwinge mit voraussichtlich einem 165er Autoreifen zum Einsatz kommen.

Im April 08 ging es dann weiter mit dem Heck. Die Alu-Grundplatte wurde weitestgehend fertiggestellt und das GFK-Laminatteil verlängert bzw. in Richtung Tank hin angepasst. Dies alles in Eigenleistung.

Die Durchbrüche für den Zugang zur Elektrik wurden eingebracht und zwischenzeitlich mit dem Sattler die mögliche Sitzbefestigung besprochen
Als nächster Arbeitsschritt stand die Ausbesserung des Rahmens (Lackarbeiten) im Mittelbereich an. Gleichzeitig gehörte die ganze Elektrik sauber verstaut und befestigt. Bei der Demontage durfte ich nämlich feststellen, dass der ursprüngliche “Schrauber” alles was zur Elektrik gehörte nur in den vorhandenen “Stauraum” unbefestigt reingestopft hatte, was an vielen Rahmenstellen zu Scheuerstellen führte, die es nun auszubessern galt.
Im gleichen Atemzug flog die hintere Bremsleitung raus und wurde durch eine Stahlflex-Leitung ersetzt, nachdem durch die längere Breitreifenschwinge der Reifen um 50 mm weiter nach hinten gerutscht ist und sowieso eine längere Bremsleitung erforderlich wurde. Auch der Bremslichtschalter mit Leitungsadapter und der zugehörigen Halterung wurde ersetzt
So sieht es “noch” unaufgeräumt aus:

Und so schaut die Sportster mit Stand 13.04.2008 aus:
Stand 31.05.08
Im Mai wurde planmässig das Vorderrad (Grösse 80/90 – 21) gegen einen breiteres Rad mit der Grösse 100/90 – 19 ausgetauscht. Das neue Vorderrad sowie der vordere Fender wurden beide bei eBay ersteigert. Nachdem die Radnabe die gleiche Breite wie beim alten Rad hatte, mussten nur beide vorderen Bremsscheiben umgebaut werden. Ansonsten verlief der Umbau recht problemlos.
Die Reste der vorverlegten Fussrastenanlage wurden demontiert und neue, vordere Motorhalterungen eingebaut. Die alten Halterungen hatten ja noch die Gewindeaufnahmen für die vorverlegten Fussrastenanlage.
Schwieriger wurde es dann beim Einbau des vorderen Pulley´s mit Versatz. Der Umbau, sprich die Verbreiterung des Pulley´s, wurde wieder durch die Fa. HBS durchgeführt. Leider gab es hier schon einmal einen zeitlichen Verzug. Als das fertige Bauteil dann endlich kam und verbaut war, zeigte sich ein seitlicher Versatz des Riemens auf dem vorderen Pulley.
Stand Ende Juni 2008:
Das Heckteil wurde lackiert und verbaut. Im Anschluss wurde der Kennzeichenträger befestigt und die Elektrik im Heck verlegt, die Blinker sowie das Rücklicht und die Bremsleuchte angeschlossen. Der Kennzeichenträger wurde noch mit zwei VA-Rohren versteift, da sich beim Anbau schnell zeigte, dass bei späteren Vibrationen der gesamte Heckbereich und insbesondere der Kennzeichenträger sehr ins schwingen kommen würde. Eine Materialbruch im GFK-Heckteil und die dann erforderliche teure Reparatur wollte ich mir gleich sparen.

Zuerst wurde vermutet, dass möglicherweise die Flucht vom hinteren Pulley auf das vordere Pulley nicht passt und das Antriebspulley zu weit aussen saß, bzw. der hintere Reifen nicht korrekt in Fahrtrichtung eingebaut war. Aber alle Messungen brachten eigentlich immer wieder das gleiche Ergebnis: Das Hinterrad passt, dessen Flucht auch, also muss irgendwo am vorderen Pulley etwas nicht in Ordnung sein. Schlimmstenfalls wurde vermutet dass sogar die Antriebsachse schief war, wobei sich dies bereits im alten Bauzustand hätte zeigen müssen.
Das Pulley abzubauen war dann wieder eine Sache für sich, weil man ja nicht die entsprechende Werkstattausrüstung in der Garage zur Verfügung hat. Am Wochenende wurde daher kurzfristig der Anhänger beladen, nur um in eine Werkstatt mit Druckluft-Schlagschrauber zu kommen.
Beim anschliessenden Vermessen des Pulleys zeigte sich dass dieses möglicherweise nicht exakt verschweisst worden war. Die Linie der Antriebsachse des Pulleys stand nicht exakt senkrecht zur Fahrtrichtung. Meine Messmittel waren allerdings auch nicht die professionellsten, sprich ich arbeitete mit Winkelmesser und Messschieber.
Auf einer kleinen Drehbank für Scheibenbremsen wurde das Bauteil ebenfalls geprüft und festgestellt, dass eine kleine Unwucht auch tatsächlich optisch zu sehen war.
In Rücksprache mit Fa. HBS wurde das Bauteil wieder zurückgeschickt mit der Zusage seitens HBS, dass ein neues Pulley angefertigt wird, was aber mit Stand Ende Mai 2008 noch nicht wieder zurück war.
Parallel waren diverse Bauteile, wie die Grundplatte für den Sitz bzw. das Heck, noch beim Pulverbeschichten. Auch hier gab es zeitlichen Verzug und es dauerte fast 3 Wochen bis ich alles wieder zusammen hatte. Aber nachdem der Mai etwas verregnet war, konnte der Verzug wieder etwas aufgeholt werden. Trotzdem verblieben noch ca. 1-2 Wochen Zeitverzug.
Nachdem die fertig lackierte Grundplatte zurück war, wurde auch die „Elektrik“ sauber verstaut und befestigt, sowie die elektrische Verbindung für die spätere Anbindung der Elektrik im Heckteil angebracht. Damit soll es später möglich sein das Heck bei Bedarf ohne grossen Montageaufwand, speziell die Elektrik betreffend, abbauen zu können. Jetzt schaut doch alles schon recht gut aus, oder?
Nachdem die Grundplatte und Elektrik fertig war, konnte das Heckteil sauber befestigt und die Befestigungspunkte definiert werden. Dies war wiederum Voraussetzung für die anschliessende Sitzanpassung beim Sattler. Die Grundplatte ist bereits fertig und mit Schaum verklebt. Einzig der Lederbezug fehlt noch. Dies wurde noch bewusst zurückgestellt, da mit der fertigen Grundplatte das GFK-Heckteil bzw. der Sitzbereich im GFK-Teil nochmals zueinander abgestimmt wurde (Nacharbeit am GFK-Teil in Form von abschleifen, etc.). Im Anschluss an diese Abstimmung wurde das GFK-Heck mit Feinspachtel nachgebessert und alle Flächen sauber und glatt geschliffen. Jetzt war es lackierfertig und konnte im Juni zum Lackierer.

Parallel zu diesen Arbeiten war der Sitz beim Sattler zum Beziehen. Wie auf den Bildern zu sehen ist, passt er sich recht gut ein.

Nebenbei wurden noch kleinere Lackausbesserungsarbeiten am Rahmen durchgeführt, bevor wieder alle Anbauteile wie Auspuff, etc. montiert wurden und damit alles unzugänglicher wird.
Leider hat sich der Umbau des vorderen Pulleys weiter verschoben, da nochmals Probleme aufgetaucht sind. Das Pulley soll jetzt Anfang Juli kommen. Dann kann es weitergehen. Leider brachte dies einen Verzug um weitere 3 Wochen.
Stand 17.07.08
Das überarbeitete Pulley ist endlich da und wurde auch sofort zusammen mit dem Antriebsriemen montiert. Jetzt passt alles einwandfrei. Durch das verbreiterte vordere Pulley musste natürlich auch der Seitendeckel zur Abdeckung des Pulley´s nach aussen versetzt werden. Im Anschluss wurde der Bremsflüssigkeitsbehälter sowie eine neue Bremsleitung (Stahlflex) montiert und die Bremsanlage neu befüllt und entlüftet.
Bei der Montage der Auspuffanlage gab es dann ein neues Problem. Durch den Versatz des Seitendeckels nach aussen kam es zu einer Kollision des hinteren Krümmers mit diesem Deckel. Daher musste erst einmal der Krümmer gebogen werden, damit eine Montage wieder möglich war. Nachdem im kommenden Winter sowieso eine neue Auspuffanlage montiert werden soll, musste jetzt nicht die grösste Rücksicht genommen werden. Durch die Hitzeschilder sieht man die Knickstellen sowieso nicht. Nach der Krümmeranpassung war die Montage erfreulicherweise möglich. Nur jetzt kam der hintere Auspuff weiter zur Seite raus, so dass die originale hintere Auspuffhalterung nicht mehr passte. Mit Distanzstücken wurde der Versatz aber überbrückt, so dass die Auspuffhalterung wieder gewährleistet war.
Einige kleineren Arbeiten noch und dann war die Sportster fertig für die Inbetriebnahme. Sie sprang sofort und ohne Probleme an. Einziger Schönheitsfehler noch: Die Vergasereinstellung passte nicht 100%-ig zur Auspuffanlage. Bei der Auspuffanlage handelt es sich derzeit um eine originale HD-Anlage, nicht modifiziert. Die ursprüngliche Anlage war bzw. ist absolut illegal und hier auf den Strassen nicht fahrbar. In Hamburg, von wo das gute Stück stammt, hatte man da wohl keine Probleme. Die jetzt montierte Original-Anlage wurde bei eBay ersteigert und soll als Überbrückung dienen bis die neue Auspuffanlage dran kommt. Somit fehlt aber jetzt die gewohnte Leistung, da die Vergasereinstellung bzw. -bedüsung viel zu fett war was den oberen Leistungsbereich betraf. Das Leerlaufgemisch ließ sich gut einstellen, nur beim Beschleunigen gab die Hauptdüse zuviel Sprit. Eine Vergaseranpassung wurde aber nicht gemacht, da sowieso ein neuer Vergaser im Winter drauf kommen sollte
Und so schaut die Sportster danach aus:



Die TÜV-Abnahme hat in der letzten Juli-Woche 2008 stattgefunden. Damit war dieser Teil der Umbauphase beendet und es ging im Winter 2008/2009 weiter. Siehe Seite 2,
Meine Sportster
(zukünftiges Zweit-Gespann)
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